Are you bringin‘ any weapons?

Über die Schießerei bei der Batman Premiere wurde in den letzten Tage vermutlich zu genüge berichtet. Meine Meinung hierzu ist eindeutig. Ich halte den zweiten Zusatzartikel der Verfassung der Vereinigten Staaten für unzumutbar:

“A well regulated Militia being necessary to the security of a free State, the right of the people to keep and bear Arms shall not be infringed.”
(„Da eine wohl organisierte Miliz für die Sicherheit eines freien Staates notwendig ist, darf das Recht des Volkes, Waffen zu besitzen und zu tragen, nicht beeinträchtigt werden.“)

Jeder (ja, natürlich gibt es Ausnahmen – aber für die Mehrheit gilt das „jeder“) darf also demnach in den Vereinigten Staaten eine (oder auch mehrere) Waffen besitzen. Auf einem 240 Jahre alten Stück Papier ist in Stein gemeißelt, dass das Recht auf Besitz und Tragen von Waffen nicht durch eine Bundesregierung einzuschränken ist. Interessanterweise nehmen die USA (abgesehen von Staaten mit sehr viel größeren Problemen, wie etwa Brasilien oder Südafrika) in der Statistik über Tötungsdelikte pro Jahr einen hohen Platz ein. 10.310 Tötungsdelikte, ausgeführt mit Schusswaffen, passieren pro Jahr in den USA. In Deutschland hingegen sind es 155. (Siehe Waffenmissbrauch – Wikipedia).

Pervers ist in diesem Zusammenhang insbesondere die Äußerung einer, von der (leider viel zu einflussreichen NRA) wohl geschätzten Person, namentlich Russel Pearce. Der arme, alte, geistig verwirrte Mann sprach offen aus, dass nicht etwa der psychisch offensichtlich gestörte Täter die alleinige Schuld an den Toten und Verwundeten trage. Vielmehr sei im besagten Kino an besagtem Tag einfach nicht der richtige Mann (oder Frau) mit den richtigen Waffen unter den Opfern gewesen. Dieser hätte, (so man denn Gerüchten glaubt) wie dereinst jemand bei 9/11 und dem zugehörigen United Airlines Flug 93, beherzt eingegriffen und die Tragödie angeblich verhindern können:

Selbstverständlich ist diese Aussage logisch. Wenn ein Mensch leicht an Waffen herankommt, psychisch krank ist und dann zufälligerweise Amok läuft, kann man das in Zukunft leicht verhindern. Die Lösung ist so einfach wie genial: es sollte sich schlicht jeder bewaffnen. Selbstjustiz ist folglich schon immer eine gute Lösung gewesen – siehe auch den Fall von Trayvon Martin.

Vielleicht herrscht in den USA bald Kriegszustand – oder zumindest denken alle sie folgten der gleichen Blutlinie wie John Rambo.

John J. Rambo: Are you bringing any weapons?
Burnett: Of course not.
John J. Rambo: You’re not changing anything.
Burnett: Well, it’s thinking like that that keeps the world the way it is.
John J. Rambo: [walking away] Fuck the world.

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