King of Kings of Gods of War of Metal of Synthesizers of Steel!

Nachdem ich ja schon im Januar das ach so „geheime“ Cover der neuen Manowar CD Gods Of War aufgedeckt hatte, werde ich jetzt auf das (leidige) Thema Manowar zurückkommen.

Manowar - Gods Of War CD CoverAm vergangenen Freitag (23.02.2007) war ich zwecks musikalischer Beschallung im Bremer Tivoli um mir dort das Break The Barriers Festival zu Gemüte zu führen. Für sagenumwobene 21 Euronen Eintritt war es möglich dort Eternal Reign, Victory, Mob Rules und Masterplan zu hören. Wobei ich hier für all diejenigen, die nicht anwesend waren sagen muss, dass hören im Falle von Masterplan übertrieben ist. Das Schlagzeug und ein wenig vom Bass war akustisch differenzierbar. Gesang, Gitarre und sonstiges musikalisches Equipment ist wegen des schlechten Tons einfach untergegangen. Dies könnte auch erklären, warum Masterplan die Halle fast leer spielten (jedenfalls solange ich noch anwesend war).

Um das „Festival“ möglichst kurz abzuhandeln: Eternal Reign waren für mich die beste Band des Abends, absolut souverän und überzeugend. Victory waren meiner Meinung nach schon relativ langweilig, konnten aber verglichen mit den danach spielenden Mob Rules dann rückwirkend doch überzeugen. Das lässt vermutlich schon erahnen, wie gut Mob Rules gewesen sein müssen. Sie haben definitiv nicht meinen Geschmack getroffen. Masterplan wären vielleicht nicht schlecht gewesen, waren aber wie gesagt Ton-technisch unerträglich. Das alles hat jedoch eigentlich überhaupt nichts damit zu tun, worauf ich eigentlich hinauswollte.

Wie der Titel dieses Beitrags womöglich erahnen lässt, möchte ich an dieser Stelle öffentlich über die neue Manowar CD lästern. Auf dem Rückweg des Festivals war es mir kurzerhand möglich in das neue… Album (dieses Wort geht mir wahrlich schwer über die Lippen) reinzuhören.

Das ist es, was wir tun. Und wenn es Dir gefällt, gut. Wenn nicht, fick Dich.

Joey DeMaio

Diese vor Intelligenz und Toleranz sprudelnde Aussage lässt für mich nur einen Schluss zu. Ich verbringe die Zeit lieber mit dem Teil, den Herr DeMaio offeriert, wenn es nicht gefällt. Ich will Manowar hier nicht schlecht machen, aber das neue Album ist ein einziger Witz in Sachen Musik. Groß wurde das Konzeptalbum über Odin angekündigt und mehrfach verschoben. Grund hierfür war laut Joey vor allem die unglaubliche Komplexität der Komposition. Angesichts der Verehrung von Richard Wagner seitens Manowar (im Speziellen durch Joey DeMaio) wäre das durchaus verständlich, so es denn gerechtfertigt wäre.

Aber zunächst auf Anfang zurück. Das neue Gods Of War bietet in der Limited Edition 15 (so steht es zumindest auf der Packung) Tracks mit einer Gesamtlänge von knapp 74 Minuten. Beachtet man hierbei, dass jedoch gute 25 Minuten nur aus orchestralen Einschüben gepaart mit komischen Plappertexten bestehen, wirft das einen komischen Schatten voraus. Wenn man dann noch dazu rechnet, dass 5 Tracks auf dem Album bereits auf der zuvor erschienen EP enthalten waren, bleibt nicht mehr sonderlich viel Material über. Abschreckend für mich allein schon die insgesamt knapp 9 minütigen Intro-Tracks in denen (wie so oft) die per Computer (grottenschlecht) verzerrte Stimme von Mr. „Whimps and Posers leave the hall“ (DeMaio) irgendwelches belangloses Zeug vor sich hersabbelt. Gut, man kann leichte Anleihen an Wagner erkennen, ich als Nicht-Wagner-Profi behaupte aber einfach mal, dass Wagner über die miesen Synthesizer Sounds, die klingen, als kämen sie aus einem 5 Jahre alten Yamaha Gerät, sichtlich amüsiert wäre. Vielleicht hätte er sich sogar über die laienhafte Versuche seiner Musik habhaft zu werden gefreut.

Wer die letzten paar Alben von Manowar verfolgt und vielleicht sogar gekauft hat, wird vermutlich den gleichen erschreckenden Eindruck haben wie ich: die Musik wird von mal zu mal geradliniger, eintöniger, stupider, stumpfsinniger, einfacher, langweiliger, … was auch immer. Allein das Schlagzeug auf Gods Of War ist Beweis genug hierfür. Einst dachte ich Lars Ulrich wäre ein nicht allzu guter Schlagzeuger, mittlerweile habe ich jedoch das Gefühl, Scott Columbus setzt neue Maßstäbe in die falsche Richtung. Er hat zwar durchaus ein Rhythmusgefühl, mehr aber nicht. Wer darauf achtet, wird wissen was ich meine. Manchmal hat man gar das Gefühl, die Schlagzeuspur sei programmiert. Die Gitarrenmusik erinnert mehr an zähflüssigen Matsch in einer Waschmaschine als an 6 saitige Instrumente mit Verzerrung. Was aber insgesamt nicht ganz so tragisch ist, da die Gitarren zum Teil kaum zu hören sind, was vorrangig an den bereits erwähnten Synthesizern und Effekten liegt. Jemand der des Klavierspielens mächtig ist, kann sicherlich bei den eingespielten Chören synchron die entsprechenden Tasten drücken um die gewünschte „gesungene“ (ja, klar!) Tonhöhe des Chors zu erreichen. Alles in allem: total überflüssiges, schlecht gemachtes Zeug.

Fast alles an diesem Album ist mehr als für die Katz, fast ist es sprichwörtliche Katzenmusik. Die einzig überzeugende Komponente der Band bzw. der zum Teil vom Computer stammenden Instrumente ist der Gesang. Eric Adams kann man wiedermal kaum etwas vorhalten, was seine Stimme anbelangt. Traurig aber wahr: ohne Erics Gesang würde man das ganze Album ohne Mittelohrentzündung nicht überstehen.

Wir wurden von den Göttern auf die Welt gesandt, um den falschen Metal auszulöschen.

Joey DeMaio

In diesem Sinne, Finger weg von Manowar! Fazit: nicht kaufen und nicht downloaden!

3 Kommentare zu „King of Kings of Gods of War of Metal of Synthesizers of Steel!

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