Nokia: concerning People!

Ja, concerning People. Normalerweise lautet der Slogan des finnischen Mobilfunkgeräteherstellers (ich liebe die deutsche Sprache) ja eher „connecting People“. Mein neues Handy hat nun aber nicht dazu beigetragen, dass ich mehr „verbunden“ bin. Ob dies gut oder schlecht ist, bleibt denen überlassen, die mit mir „verbunden“ sind oder eben nicht. Dies soll hier jedoch nicht Thema sein, vielmehr geht es um mein neues Handy, das Nokia E60. Schließlich gebe ich mit neuer Technik immer wieder gerne an; wer meinen Beitrag zu meinem Kompjuta (pehzeh) gelesen hat, weiß wovon ich spreche.

Wer technische Spezifikationen oder tolle Bilder sehen will, der sollte die offizielle Nokia E60 Seite besuchen. Ich werde hier nur kurz schreiben, was ich von dem Telefon halte, was ich damit bisher angestellt habe und was ich damit vielleicht in Zukunft mal machen werde.

Im Zuge der Vertragsverlängerung meines O2 Genion Vertrages bekam ich Anfang Juli eine SMS auf mein Handy, in der ich darauf hingewiesen wurde, dass man für mich attraktive Angebote herausgesucht habe, um meinen Vertrag zu verlängern. Nach einem Besuch der Webseite meines Mobilfunkbetreibers kam die nüchterne Erkenntnis, dass die Angebote zwar da, aber nicht unbedingt attraktiv waren: keines der dort angebotenen Nokia Geräte verfügte über die neue Symbian Edition (Version 9.1 und höher). Für mich eine deutliche Disqualifikation, da ich das Nokia N80 prinzipiell unbedingt haben wollte und wenn schon nicht das, dann immerhin noch ein vergleichbares Handy mit gleichem Betriebsystem. Im Internet wurde ich dann fündig: handy-discount.de bietet Vertragsverlängerungen mit O2 online an. Im ersten Schritt wurden alle relevanten Daten von mir angegeben und nach kurzer Prüfung der Daten bekam ich per E-Mail einen Link mit Angeboten von handy-discount. Die Auswahl dort war groß und auch mein eigentlich gewolltes Handy (Nokia N80) war dort zu bekommen. Lediglich der Preis von 263€ erschien mir ein wenig hoch, wenn auch eher niedrig im Vergleich zu anderen Angeboten. Nach einem kurzen Verwendungstest beider Geräte bei Saturn und der Sichtung der technischen Daten bzw. der Ausstattung mehrerer Geräte fiel mein Blick dann auf das Nokia E60. Dieses bietet die gleiche Funktionalität wie das N80, das gleiche Betriebsystem, die selbe Software – einziger richtiger Unterschied ist die fehlende Kamera. Nachem ich das E60 auch bei Saturn kurz testen konnte, war die Entscheidung einfach. Ich bestellte das Gerät. Nach 2 Wochen (bedingt durch Lieferschwierigkeiten seitens Nokia) war es dann nach Wacken endlich soweit, mein neues Handy war da.

Lieferumfang:

  • Nokia E60
  • Nokia Akku BL-5C (970 mAh)
  • Nokia Headset HS-5
  • Nokia Datenkabel CA-53
  • CD und Handbuch

Haptik & Optik:
Man muss schon sagen, dieses Handy ist (und Schönheit liegt einfach im Auge des Betrachters) eine Augenweide. Die Maße erschienen mir anfangs auch relativ groß und es ist auch verhältnismäßig lang. Dabei ist das Gewicht jedoch gut verteilt, es ist weder kopf- noch fußlastig. Im Gegensatz zu meinem vorherigen Nokia 6600 ist es auch deutlich dünner und passt nun noch besser in die Hosentasche und auch das Gewicht scheint subjektiv geringer zu sein als beim 6600. Die Verarbeitung ist mehr als ordentlich. Die metallenen Tasten an der Seite sehen einfach schick aus und das silberne Gehäuse tut sein übriges. Es ist einfach ein straighter Business-Look. (Geiler Satz oder?)

Tastatur & Bedienung:
Verglichen mit dem anfangs von mir präferiertem Nokia N80 sind die Taten hier mehr als gut angeordnet. Eine Ähnlichkeit mit anderen Symbian Nokia Telefonen ist nicht zu übersehen: der Joystick (den mittlerweile wohl jedes Handy hat) und die 2 Bestätigungstasten daneben, die (grüne) Taste zum Telefonieren und die (rote) Auflegen- oder wie ich sie nenne „Paniktaste“, plus die Menütaste mit dem Abbrechen-C und dem Stift. All diese Tasten sind selbst für meine Finger groß genug und lassen sich, da es sich nicht um ein Schiebehandy handelt, auch absolut mühelos erreichen und haben einen guten Druckpunkt. Lediglich der Joystick war für mich anfangs ein bisschen schwergängig, aber ich habe mich derweil daran gewöhnt. An der linken Seite des Telefons befinden sich 3 weitere Tasten. 2 davon dienen der Lautstärkeregelung in fast jedem Programm, wo sich die Lautstärke einstellen lässt. Die andere Taste aktiviert bei kurzem Druck den Audiorekorder, mit sich Sprachnotizen aufnehmen lassen. Drückt man diese länger, wird die Sprachwahl aktiviert. Die jedoch von mir keine Verwendung findet, da ich im Auto nicht telefoniere und ich ansonsten lieber die Tasten verwende anstatt einfach nur Namen vor mich her zu sagen.

Bild & Ton:
Eigentlich gibt es hier nicht viel zu sagen, außer: GOTT WIE GEIL IST DAS? Das Display ist einfach der Hammer. Dachte ich damals beim Erhalt meines 6600 noch das Display sei hochaufgelöst und habe viel Farben, bin ich jetzt einfach nur sprachlos (ok, scheinbar ja doch nicht). 16,7 Millionen Farben auf einem Handy, was will man mehr? Ein 352×416 Pixel großes Display auf wenige Zentimeter gequetscht zum Beispiel. Die Texte sind gestochen scharf, die entsprechenden Themes vorausgesetzt, sieht einfach alles herrlich aus. Nettes Feature: der Bildschirm lässt sich um 90 Grad kippen, das Breitbild lebe hoch! Anzumerken ist noch, dass bei diesem Handy keine Kamera integriert ist.
Ãœber den Ton kann ich eigentlich auch nur positives berichten. Der Lautsprecher ist absolut hervorragend und ist beim Telefonieren laut genug um noch in ein paar Metern Entfernung alles zu verstehen. Voraussetzung hierfür ist die höchste Lautstärke-Einstellung bei der trotzdem nicht übersteuert wird. Personen mit denen ich bisher über das neue Handy telefoniert habe, konnten mich und ich sie deutlich verstehen. Für professionelle Musiker ist das Handy jedoch nicht geeignet: Bass wird offenbar bei der Musikwiedergabe überschätzt, aber es ist ja auch ein Telefon und kein iPod oder anderes Teufelszeug. Das mitgelieferte Mono-Headset reicht zum Telefonieren aus, ist sonst aber nicht allzu überzeugend (was will man von einem 5€ Zubehör auch erwarten?).

Konnektivität:
„Endlich mal ein alltagstaugliches Handy“, dies muss ich als Informatiker sagen. Neben dem Standard GSM Netz (Triband) wird natürlich mittlerweile auch UMTS unterstützt, was ich jedoch mangels Vertragsoptionen nicht testen kann (deshalb hab ich die Funktion gleich abgeschaltet). GRPS funktioniert (wie auch bei meinem Vorgänger Handy) tadellos und wurde mir gleich nach Inbetriebnahme des Gerätes per SMS von O2 automatisch und korrekt eingerichtet. Da es sich beim E60 gemäß Nokia um ein Business Handy handelt dürfen das moderne Bluetooth und vor allem das veraltete, aber dennoch weit verbreitete Infrarot nicht fehlen. Um die ganze Sache jedoch noch interessanter zu machen, hat das E60 darüberhinaus WLAN an Bord. Geschwindigkeiten bis 54MBit/s werden unterstützt und auch Verschlüsselung (WPA und WEP) bis 128-bit sind integriert. Das einrichten funktioniert problemlos: SSID eingeben (oder finden lassen, wenn das Netz denn öffentlich ist), DHCP einstellen oder Gateway und IP selber einstellen plus eventuelle Schlüssel und schon kann es losgehen. Dank des mitgelieferten Datenkabels kann das Handy auch problems per USB an einen Rechner angeschlossen werden. Ist hier die PC Suite installiert, kann man während des normalen Telefonbetriebes Daten auf das Handy kopieren, Kontakte bearbeiten oder anderes. Ist die Software nicht installiert, wir das Telefon als normaler Wechselspeicher erkannt, dabei schaltet sich das Handy jedoch (warum auch immer) in den „offline“ Modus. Hier sind dann keinerlei Gespräche oder anderweitige Verbindungen mehr möglich.

Hinweis:
Falls jemand hier ein Symbian Handy neuester Generation und eine Zugangsbeschränkung zu seinem AccessPoint (AP) per MAC Filter hat und sich wundert, warum er mit seinem Handy nicht online kommt: das ist normal. Gut, ist es nicht. Wer seine MAC Adresse vom Handy in den AP eintragen will und dafür den Nokia Code *#MAC0WLAN# benutzt, dem sei gesagt, dass die ausgegeben MAC Adresse falsch ist. Dies ist ein Bug in der Software. Die zweite Ziffer gehört an die vorletzte Stelle und alle andern Ziffern vor der vorletzten müssen um ein Zeichen nach links geschoben werden. Siehe dazu auch:

Software:
Die auf dem Telefon installierte Software umfasst u.a. einen Videoplayer (RealOne Player), einen MP3 Player, einen FlashPlayer sowie eine Office Sofware, welche teilweise mit normalen Microsoft Office Dokumenten umgehen kann (Word, Excel und PowerPoint). Umgehen heißt in diesem Fall ansehen UND bearbeiten. Darüberhinaus ist noch ein Webbrowser installiert, der sich auf XHTML versteht und Webseiten einigermaßen automatisch an das Display anpasst. Er verkleinert Tabellen und andere Blockelemente soweit, dass sie von der Breite auf den Bildschirm passen. Zoomen kann man natürlich auch noch selber (sowohl Text als auch Bilder). Die Masse an Software für Symbian 9.1 ist bisher noch stark eingeschränkt, ich bin mir aber sicher, dass sich dies in absehbarer Zeit ändern wird. Nachträglich installiert habe ich noch einen Zip-Manager, eine automatische Tastensperre und ein paar andere Spielereien (wie z.B. ScummVM um LucasArts Spiele spielen zu können).

Akku:
Bezüglich der Ausdauer des Akkus vom E60 habe ich im Internet schon vieles gelesen. Einige behaupten sie müssten ihren Akku alle 24 Stunden laden. Mir stellt sich dann jedoch die Frage, was machen die mit ihrem Telefon? Zugegeben, ich bin kein Vieltelefonierer. Ich telefoniere vielleicht 10 Minuten am Tag und schreibe eine SMS. Dann verwende ich ab und an den Kalender oder spiele vielleicht mal 5 Minuten. All dies kann ich problemlos 3-4 Tage machen, erst dann wird es langsam Zeit das Ladegerät zu zücken. Vielleicht bin ich aber auch der einzige der Bluetooth, UMTS und das ständige Suchen (alle 5 Minuten) nach AccessPoints per WLAN abgestellt hat.

Firmware:
1.0610.02.15
12-04-06
RM-49

Bilder:

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2 Kommentare zu „Nokia: concerning People!

  • Jaja, das Display ist schon göttlich. 16 MILLIONEN Farben!!!

    Aber du könntest ja vielleicht mal straight dein posting im Blog auf dein business Handy outsourcen!!!

      (Quote)

  • Das ist eine gute Idee. Lass dir dochmal deinen Beitrag auf dem Handy anzeigen, mach davon ein Foto und stelle dieses auf dein Blog. Mich würde mal interessieren wie das am Ende aussieht (soll heissen ob der mit dem ganzen HTML, CSS und anderem kram klarkommt).
    Wenn du am Freitag im Plenum bist, müssen wir mal ausprobieren ob das MacBook dein Gerät als Modem verwenden kann. Ich bin gerade am überlegen ob das Gerät zusammen mit einer UMTS Flatrate als Internet Ersatz herhalten kann.

      (Quote)

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