W:O:A 06 – Die Rückkehr des Königs

Metal ChurchIm Gegensatz zu den Tagen zuvor, war der Samstag Morgen ein besonderer: richtig es gab wieder Bier, diesmal fehlten jedoch die Milchbrötchen, die leider am Freitag aufgegessen wurden. Sichtlich erschöpft vom bisherigen Festival schleppten wir uns gegen Mittag in Richtung Sanitätszelt, diesmal jedoch nur um daran vorbeizugehen. Der tags zuvor angelegte „Trockenverband“ hielt erstaunlich gut. Um der schlimmsten Hitze zu entgehen, einigte man sich darauf am Mittag nur eine Band zu begutachten und die Wahl fiel auf die mir bis dato unbekannte Formation mit dem Name Metal Church. Diese amerikanische Heavy Metal Truppe (die teilweise auch ein wenig thrashig klang) vermochte einige Anhänger zu entzücken und auch wir lagen bzw. saßen vor der Party Stage um in der Hitze des Tages ein kaltes Bier zu genießen. Da ich leider nicht ein Lied dieser Band kenne, kann ich auch nicht ansatzweise sagen, welche Stücke von ihnen gespielt wurden. Wie man den vorigen Zeilen vielleicht entlesen (gibt es dieses Wort?) kann, war ich nicht allzu begeistert, was aber eher an den Temperaturen, denn an Metal Church lag. Sie spielten ordentliche Musik.

Grillen macht freiDer Versuch der quälenden Hitze direkt auf dem Gelände zu entgehen endete im erneuten Befüllen des Aeroariums auf dem Campinggelände. Zur Aufrechterhaltung unseres Wasserhaushaltes wurde (seltsamerweise) erneut Bier herangezogen. Um den allgegenwärtigen Hunger (außer den nach Bier) zu stillen, wurde ein letztes mal der Grill angeworfen. Nachdem bereits am Tag zuvor mehrere Personen unter uns leicht sonderbar schmeckendes Fleisch vertilgt hatten (gut, das Haltbarkeitsdatum war nur um 2 Tage überschritten und es lag ein wenig in der Sonne), beschlossen wir die vorgebrühten Bratwürste (in groß und klein) auf die glühenden Kohlen zu werfen. Wie das Schicksal es so wollte, schmeckten diese ausnahmsweise noch so, wie Bratwürste normalerweise schmecken. Gegen Nachmittag neigten sich dann langsam die Bierreserven dem Ende entgegen und die ersten Anflüge von Aufbruchsstimmung kamen zum Vorschein. Wie bereits am Vormittag besprochen, begannen wir früh genug vor unserer letzten Band mit dem Abbau unseres Reiches.

Arch EnemyGegen 17 Uhr war dann alles notwendige abgebaut (bis auf die Pavillions) und im Auto verstaut und ein schneller, anstrengender Fußmarsch in der noch immer glühend heißen Sonne begann. Gerade noch rechtzeitig erreichten wir die True Metal Stage um wenigstens Kai Hansen mit Gamma Ray zu begutachten, nachdem schon Arch Enemy nur vom Zeltplatz aus gehört wurde. Ich habe Gamma Ray mittlerweile drei mal live erleben können. 2mal in Wacken und einmal auf einem Konzert in Bonn. Gamma RayEgal wann und wo die Jungs auftreten, sie sind einfach beeindruckend. Kaum jemand auf dem Festival vermittelte mal wieder soviel Spielfreude wie Hansen & Co (außer vielleicht Wintersun). Jedesmal wenn ich Hansen auf der Bühne stehen sehe, muss ich an ein kleines Kind denken. Er hüpft und springt und spielt und singt sich die Seele aus dem Leib und das alles mit einem Lächeln. Bei ihm habe ich immer das Gefühl, er spielt die Musik weil es ihm Spass macht, der hat sein Hobby zum Beruf gemacht. Geil, nur geil. Gut, die Gesangsspiele, welche sich über mehrere Minuten hingezogen haben, hätte man verkürzen oder unterlassen und dafür mehr Lieder spielen können. All das schmälert jedoch keineswegs meinen absolut positiven Eindruck von Gamma Ray.

Setlist (Reihenfolge weiß ich nicht mehr):

  • Gardens Of The Sinner
  • Man On A Mission
  • New World Order
  • Blood Religion
  • Fight
  • Heavy Metal Universe
  • Rebellion In Dreamland
  • I Want Out
  • Somewhere Out In Space
  • Send Me A Sign

Nach dem für uns letzten live Gedräsche ging es dann wieder ab zum Zeltplatz um dort abzureisen. Wir wären jedoch nicht in Wacken gewesen, wenn dies glimpflich abgelaufen wäre. Gegen 19 Uhr stiegen wir alle in unsere Fahrzeuge und wollten abfahren, leider sprang jedoch ein französischer PKW nicht an. Wie es der Zufall so wollte, kam einer der Franzosen vorbei, den wir zwischendurch durch viel dummes Gesabbel kennengelernt hatten. Diesen stutzen wir zurecht und er gestand später ein, dass die Franzosen nur schlechte Autos bauen. Jedenfalls erfolgte gegen 19:20 ein Anruf beim ADAC, welcher uns versicherte innerhalb der nächsten 30-60 Minuten Abhilfe zu schaffen. Unsere bescheidenen KFZ Kenntnisse halfen uns leider nicht weiter, die Idee mit dem Überbrücken erübrigte sich, da die Batterie voll geladen war und alles im Auto funktionierte. Nachdem wir also ca. 2 Stunden ohne Erfolg auf den ADAC gewartet und ein paar Ordner eben jenen zwischendurch erneut angefordert hatten, kam dem Fahrzeugbesitzer ein Geistesblitz: die elektronische Wegfahrsperre! Beim Erwerb des Autos wurde dezent darauf hingewiesen, dass bei zu langer Öffnung der Türen, sich die Wegfahrsperre einschaltet. Es genügte also das Auto auf- und wieder abzuschließen. Die Rückfahrt dauerte etwa 2 Stunden und gegen 23 Uhr waren wir alle wieder daheim. Der Rest ist Geschichte.

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