W:O:A 06 – Die Rückkehr des Königs

Gemütlicher ZeltplatzDer Donnerstag begann etwa gegen 9 Uhr mit der ernüchternden Erkenntnis, dass der Finger noch immer ein wenig schmerzte beim Anziehen der Stiefel. Frisch aus dem Zelt geschlüpft gab es ein ordentliches Metaller-Frühstück: Bier und Bier und dazu Milchbrötchen. Die vielen Cerealien halfen über den nicht vorhandenen Kater hinweg. Obwohl es am Vortag ein wenig geregnet hatte, war es relativ warm und trocken (mal vom Schwitzwasser in den Zelten abgesehen). Kurze Regenschauer gab es den ganzen Tag über, aber insgesamt war Petrus uns gegenüber scheinbar gnädig. Da die ersten Bands jedoch erst gegen Abend spielen sollten, mussten wir also die Langeweile vertreiben. Nun könnte man in Wacken zur Not auf einem der Feldwege Fußball spielen oder sich anderweitig körperlich betätigen. Ich spreche hier aber mit Absicht im Konjunktiv. Wir beschlossen (ohne Abstimmung, aber dennoch anscheinend einstimmig) einfach den ganzen Tag über sitzend in einem Stuhl zu verbringen und Bier zu trinken und zwischendurch zu grillen.

Gegen Mittag brach dann etwa die Hälfte von uns 9 Personen auf (das entspricht ca. 4,5), um die sanitären Einrichtungen zu frequentieren. Da ich bei meiner Lieblingssanitäterin Wiebke den anstehenden Verbandswechsel vor Augen hatte, bot sich dies an. Mit 6 Mann Geleitschutz schlug ich also bei den Sanitätern auf, die sichtlich beeindruckt meine Kameraden beäugten und fragten, ob dieses Wacken so gefährlich sei, dass man Bodyguards braucht. Meine (vielleicht leicht unhöfliche) Antwort, dass meine Belgeiter lediglich zum Klo wollten, wurde mit leichtem Gelächter aufgenommen. Nach dem Wechsel des Verbandes und der erneuten Reinigung der Wunde, musste ich mit Erstaunen feststellen, dass alle noch da waren, wo sie zuvor standen. Grinsend wurde ich (zwecks Darmentleerung) auf ein Dixi direkt neben dem Sani-Zelt verwiesen.

AeroariumZurück beim Campingplatz begann dann ein Spiel, welches wir bis einschliesslich Samstag Nachmittag gespielt haben. Die vielen, vielen Insekten (vorrangig Fliegen und Wespen) wurden in Bierflaschen gesperrt. Begonnen hat all dies mit einem riesigen Käfer mit noch viel längeren Fühlern am Vorderkopf, von einigen von uns liebevoll als „Kämpfer“ und später als „Gladiator“ bezeichnet. Dieser landete „zufällig“ in einer Bierflasche und krabbelte einen Ausgang suchend wild durch die Gegend. Ihm gegenüber stellten wir einen gefangenen Marienkäfer, der sich die ersten 2 Runden tapfer hielt, dann jedoch das Kämpfen einstellte. Um dem Profikäfer ein Handicap aufzuerlegen, wurde spontan ein Hindernisparkur aus Instant-Kaffee und pulverförmigem Kaffeeweißer in der Bierflasche angelegt. Leider vertrug der „Gladiator“ dies nicht und löste sich bis auf die Fühler vollständig auf. Ihm zu Ehren schaufelten wir ein kleines Grab und fertigten ein Kreuz aus einer Plastikgabel. Möge er in Frieden ruhen. Im Zuge der Ansammlung weiterer Insekten wurden die Bierflaschen bald zu klein, etwas größeres musste her. So wurde mit einem 5l Wasserbehälter eine Arena erschaffen, die einen Namen braucht. Der Begriff Aquarium war naheliegend, konnte aufgrund Wassermangels jedoch nicht verwendet werden. Auch das Terrarium schied aus, da keine Erde im Behälter zu finden war, sondern nur Luft. Folglich wurde das Behältnis Aeroarium getauft. Die Kämpfe die dort stattfanden, sind jedoch der Erwähnung nicht wert (Wespen und Fliegen scheinen sich nicht zu hassen).

Die ScorpionsEinen krönenden Abschluss fand der zweite Tag in Wacken mit den Altrockern von den Scorpions. Obwohl wir alle nicht mehr als vielleicht „Wind Of Change“, „Rock Me Like A Hurricane“ und ein oder zwei weitere Lieder kannten, ließen wir es uns nicht nehmen den Auftritt zumindest teilweise zu verfolgen. Da Klaus Meine, von uns auch liebevoll Gartenzwerg oder Klaus Lage gennant, mit seinen Jungs gut am Rocken war, haben wir zumindest die ersten 4 Lieder mit Bier ertragen. Als dann jedoch noch immer kein uns bekanntes Stück gespielt wurde, verbrachten wir den Rest des Donnerstages auf dem Zeltplatz mit kaltem Bier. Wie sich auf dem Foto vielleicht erahnen lässt, war es dieses Jahr in Wacken irgendwie ein wenig voller als im letzten Jahr. Ordner äußerten die Zahl 80.000, der Polizeibericht schrieb etwas von 55.000 und einige Zeitungen meinten 62.500 gezälht zu haben.

Wacken-Kacken-Bilanz so weit: 2mal

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